Studie Flugticketabgabe

Wahlexperiment zur Einführung einer Abgabe in der Schweiz

Gregory Germann
Gregory Germann Zürich, CH

Projekt Übersicht

Ich will untersuchen, welche Faktoren bei der Schweizer Bevölkerung zu einer zustimmenden bzw. ablehnenden Haltung gegenüber einer Flugticketabgabe führen. Dies ist dank der Methode der Conjoint Analyse möglich, welche (im Vergleich zu herkömmlichen Umfragen) der Multidimensionalität einer solchen Abgabe Rechnung trägt und neue, wertvollere Einblicke liefert. Die Ergebnisse können für die künftige Ausarbeitung einer Abgabe von grossem Wert sein.

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Funding goals

  1. Etappe 1:

    5'500 CHF

    65% funded

    Mit diesem Betrag kann eine Umfrage bei einem ausländischen Marktforschungsinstitut durchgeführt werden. Das Panel ist auch mit Schweizer Teilnehmenden besetzt und die Repräsentativität des Samples grösstenteils gewährleistet. Im Vergleich zu einem Institut in der Schweiz würde das ausländische jedoch weniger Aussagekraft und Öffentlichkeitswirkung mit sich bringen.

  2. Zieletappe:

    13'000 CHF

    0% funded

    Mit diesem Betrag lässt sich die Umfrage nach Wunschvorstellung durchführen, nämlich über ein Schweizer Marktforschungsinstitut. Diese Option führt zu einer hohen Aussagekraft und Öffentlichkeitswirkung, weswegen sie auch für Forschende an hiesigen Instituten die bevorzugte Lösung ist.

Die Masterarbeit behandelt die potenzielle Einführung einer Flugticketabgabe in der Schweiz. Ich bin überzeugt, dass die Fragestellung eine hohe politische Relevanz aufweist. Nach dem Nein zum CO2-Gesetz im Juni 2021 hat es so gut wie keine Diskussionen über eine Flugticketabgabe mehr gegeben. Viele waren bzw. sind der Meinung, dass die Vorlage wegen der Lenkungsabgaben gescheitert ist. Dass sich die Ablehnung jedoch wohl vorrangig auf Abgaben auf alltäglichen Konsum bezog, den man weniger einfach ändern kann (Autoabhängigkeit auf dem Land, Mieter*in in mit Öl/Gas beheizter Wohnung), und nicht auf die Abgabe auf ein Luxusgut wie Fliegen, wurde nicht wirklich beachtet. Denn Umfragen zeigen auch, dass ein Grossteil der Schweizer*innen eine Flugticketabgabe grundsätzlich begrüssen würde. Jüngst wurde zudem publik, dass der Verkehrsclub Schweiz an einer Volksinitiative für eine Flugticketabgabe arbeitet.
Ich bin überzeugt, dass eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema äusserst wertvoll sein kann. Es braucht wieder eine politische Auseinandersetzung mit dem Thema. Denn wenn der Flugverkehr weiterhin gemäss Prognose wächst, werden die Emissionen, die künftig durch den Einsatz von synthetischen Treibstoffen eingespart werden, schnell wieder zunichtegemacht. Und dass die Emissionen im Flugverkehr drastisch sinken müssen, ist im Grunde wohl unbestritten.

Quelle Grafik: www.umverkehr.ch
Studie Flugticketabgabe
Vielleicht denkst Du dir: "Wieso braucht es schon wieder eine Studie zur Flugticketabgabe? Wurde nicht sogar erst im Juni eine neue Umfrage zum Thema veröffentlicht?" Das stimmt, es wurden bereits einige Umfragen zum Fliegen durchgeführt und von Zeitungen veröffentlicht, als Letztes jene vom gfs-zürich im Auftrag von umverkehR. Der Nachteil jener Umfragen ist jedoch, dass sie die Multidimensionalität einer potenziellen Flugticketabgabe nicht einfangen können. Sie zeigen nicht, wieso jemand für oder gegen eine Abgabe ist. Und man erhält keine Einsichten in die Trade-offs, die eine Person macht, wenn sie sich für oder gegen die Abgabe entscheidet. Dies führt dazu, dass politische Akteure durch die Umfragen auf eine wissenschaftlich schwache Basis zurückgreifen müssen, wenn sie eine Flugticketabgabe gesetzlich ausarbeiten wollen. Hier kommt die Methode der Conjoint Analyse ins Spiel.

Quelle Bild: magazin.nzz.ch
Studie Flugticketabgabe
Bei der Conjont Analyse werden den Studienteilnehmenden wiederholt zwei zufällig generierte Varianten einer Flugticketabgabe präsentiert. Hierbei spielen die sogenannten "Attribute" und "Level" der Abgabe eine zentrale Rolle. Attribute sind die Eigenschaften einer Abgabe wie z.B. "Abgabenhöhe Kurzstreckenflug", "Abgabenhöhe Langstreckenflug" oder "Verwendung der Erträge". Die Level sind die Werte, welche die Attribute jeweils annehmen können. Beim Attribut "Abgabenhöhe Europaflug" könnten die Level "CHF 5", "CHF 30", "CHF 60" oder "CHF 90" sein. Dabei müssen die Level nicht numerischer Natur sein, wie das Attribut "Verwendung der Erträge" zeigt: Hier kommen Level wie "Rückverteilung an Bevölkerung", "Investitionen in Klimaprojekte" oder "Investitionen in Ausbau des Schienenverkehrs" in Frage.
Anhand der Attribute und Level werden also theoretisch mögliche Varianten generiert, sprich es wird für jedes Attribut ein Wert genommen, und im Anschluss werden die zwei Varianten einander gegenübergestellt (siehe Beispiel in Tabelle unten). Zwischen diesen zwei Varianten muss der Teilnehmende dann jene aussuchen, welche er bevorzugt. Diese Aufgabe wird mehrmals wiederholt, jedes Mal mit einem neu generierten Varianten-Paar.
Mithilfe statistischer Analyse ist am Ende schliesslich ersichtlich, welche Attribute (und Level) für den Teilnehmenden entscheidend waren und bei welchen es ihm egal war, welches Level das Attribut angenommen hat. So ist es beispielsweise wahrscheinlich, dass ein höheres Level beim Attribut "Abgabenhöhe Kurzstreckenflug" zu einer sinkenden Zustimmung führt, ceteris paribus. Gleichzeitig ist es auch möglich, dass einer Mehrheit der Teilnehmenden egal ist, was bei "Verwendung der Erträge" steht, ceteris paribus. All dies kann anhand der Conjoint Analyse herausgefunden werden. Und genau hier liegt der Mehrwert gegenüber einer "traditionellen" Umfrage: Mithilfe dieser Ergebnisse können politische Akteure verstehen, bei welchen Attributen besondere Vorsicht geboten ist, wenn sie eine möglichst mehrheitsfähige Vorlage ausarbeiten - und bei welchen sie gestalterischen Freiraum geniessen.
Studie Flugticketabgabe
Gregory Germann
Gregory Germann
Zürich, CH
Student

Als Teil meines Studiums der Internationalen Beziehung an der Uni St. Gallen schreibe ich aktuell meine Masterarbeit. Auch wenn das Ambitionslevel von manchen als zu hoch für eine Masterarbeit betrachtet wird, will ich einen wertvollen Beitrag zur Diskussion über eine Flugticketabgabe in der Schweiz leisten. Denn aus Sicht des Klimaschutzes bestehen keine Zweifel, dass die Emissionen vom Flugverkehr stark zurückgehen müssen.

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